Wall Street und Porno – Penthouse kann nicht an der Börse platziert werden
Pornografie und seriöse Wirtschaft – irgendwie passt das nicht zusammen und das scheint ein Grund zu sein, warum keine von den großen amerikanischen oder europäischen Banken den geplanten Börsengang der Muttergesellschaft des Penthouse übernehmen will. Aufgrund der aktuellen Flaute wäre der Börsengang mit runden 460 Millionen US-Dollar eigentlich ein lukratives Geschäft.
Nun, Penthouse ging vor einigen Jahren Pleite und wurde von Networks aufgekauft. Die Betreiber von Networks haben die Marke Penthouse dann um einige Internetangebote im Bereich soziale Netzwerke erweitert. So wurden dann noch Webseiten wie Adultfriendfinder.com oder die christlich orientierte Big Church für 500 Millionen US-Dollar aufgekauft. Ein scheinbar lukratives Geschäft, denn in den ersten 9 Monaten des Jahres 2008 hat die Firma Networks einen Umsatz von 244 Millionen US-Dollar bekannt gegeben.
Man sollte meinen, die Investmentbanken mögen nichts mehr als Geld und eigentlich wäre der Börsengang ein lukratives Geschäft. Gerade Adultfriendfinder.com erwirtschaftet echte Umsätze, da hier die Mitglieder im Schnitt 19 US-Dollar Mitgliedsgebühren zahlen. Auch sollen rund 2,5 Prozent des gesamten täglichen Traffics im gesamten Internet bei Adultfriendfinder.com landen.
Mittlerweile will die russische Investmentbank Renaissance Capital (Sitz auf Zypern) den Börsengang begleiten, aber sie sind derzeit noch auf der Suche nach weiteren Partnern.
Die Banker haben derzeit zuviel Angst, noch weitere negative Schlagzeilen zu machen. Dazu kommen dann noch Berichte an das Tageslicht, wonach viele der Sexangebote bei Adultfriendfinder.com auf Prostitution beruhen sollen. Durch die neue US-Regierung könnte es dann bei Internetangeboten Probleme geben, die, wenn auch nur indirekt, die Online-Prostitution förden.
Es heisst zwar immer “Sex sells” – aber im Fall von Penthouse scheint das diesmal ein wenig problematischer zu werden. Bleibt abzuwarten, ob sich noch einige Banken finden werden, die den Börsengang begleiten möchten.
Popularity: 26%
Verwandte Artikel



